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Japanische Pornografie


Japanische Pornografie hat einige einzigartige Merkmale, die sie von Pornografie in anderen Kulturen, besonders der westlichen Pornografie unterscheidet. Sie wird jedoch aufgrund ihres breiten Spektrums an Themen und Medien ziemlich oft übersetzt und in westliche Kulturen exportiert. Japanische Erotika haben im Westen die Reputation, aufgrund kultureller Differenzen und verschiedener Tabus sado-masochistisch und jugendzentriert zu sein.

Folgt man den Forschern, kam das Konzept der „Pornografie“ in der Edo-Zeit auf, als alle Formen der Volkskultur blühten. Alle Formen der Pornografie florierten, mit Ausnahme von Figuren und Statuen. Hierbei entstanden oft auch Werke mit künstlerischem Wert. Diese stammten oft von hochgelehrten Adeligen und wurden oft als Kunstwerke angesehen. Sowohl Japanische Mythologie als auch Shinto treffen wenige Aussagen über Sexualität. Ein sexueller Akt ist und war ein Akt der Glücklichkeit ohne Schuldgefühle oder Sünde.

Bis zur Kamakura-Zeit im 12. Jahrhundert ging ein Mann zu dem Haus einer Frau, um hineingebeten zu werden, und viele Gedichte vor dieser Zeit waren Liebesgedichte. Durch sorgsamen Satzbau und Wortverwendung konnte manch ein scheinbar unschuldiges Gedicht auch als leidenschaftliches Liebesgedicht gelesen werden. Wenig in der Poesie Talentierte baten oft einen Freund, für sie zu schreiben und dies verursachte manchmal beschämende Situationen, wenn zwei mit dem selben Schreiber befreundete Personen das gleiche Gedicht der gleichen Frau gaben.

Das gemeine Volk traf sich statt dessen auf einem matsuri oder einem Fest. Es ist kein Zufall, dass die meisten matsuri nachts gehalten werden. Das Volk hatte wenig, wenn überhaupt Bedarf für pornographisches Material.

In der Kamakura-Zeit machte der auf Meditation fokussierende Zen-Buddhismus die Samurai weniger offen für offensichtliche Sexualität und fokussierte mehr auf Formalitäten.

Die Heiratsbräuche änderten sich dahingehend, dass man heiratete und die Frau in die Familie des Mannes eintrat, so dass weniger Bedarf für leidenschaftliche Verse bestand. Wenige erotische oder pornographische Werke aus der Kamakura- und Muromachi-Zeit sind bekannt. Aus der Sengoku-Zeit sind sogar noch weniger bekannt.

In der Edo-Zeit florierte die Pornografie wegen eines einzigartigen Charakteristikums der Stadt Edo. Weit mehr als 60 % der Bevölkerung der Stadt war männlich und diese Männer kamen aus ganz Japan, um hier für Jahre zu arbeiten. Diese waren bereits zuvor verheiratet oder kehrten später in ihre Heimatstädte zum Heiraten zurück. Bei ihrer Rückkehr hatten sie wertvolle Fähigkeiten, wie Lesen, Schreiben und Handwerke gelernt. Der Überschuss an jungen Männern forderte Mittel zur Erfüllung ihrer sexuellen Bedürfnisse. Staatlich kontrollierte Prostitution wie sie z. B. in Yoshiwara, einem berühmten Rotlichtbezirk, praktiziert wurde war eine Antwort, Pornografie eine andere

Es gab viele pornografische Materialien. Shunga oder pornografische Holzblockdrucke gab es mit allen vorstellbaren Motiven. Sie waren oft in ein Buch mit Sätzen zur Beschreibung der Situation und oft auch einer kurzen Beschreibung einer Handlung gebunden. Zum Ende der Edo-Zeit, als Ausländer weiter bekannt und öfter gesehen wurden, wurde sogar sexuelle Akte mit männlichen Ausländern verkauft. Der tatsächliche Gebrauch der shunga war nicht so einfach. Weniger eindeutige Bücher mit Kimonos, die den Körper größtenteils bedeckten, wurden für die Sexualerziehung verwendet, während eindeutigere vielleicht für die Masturbation benutzt wurden, und andere gemeinsam mit einer/einem Geliebten betrachtet wurden.

An vielen Orten wurden Shunga durch die Brauteltern der Frau zum Gebrauch in der Ehe mitgegeben. 1788 hatte das Shunga-Buch Haikai Yobukodori eine einzelne Abbildung auf jeder Seite mit einer langatmigen Beschreibung dazu. Diese Shunga wurden auch aus Leihbüchereien ausgeliehen. 1808 gab es 656 darauf spezialisierte Geschäfte in Edo, 300 in Osaka. Das heißt, es kam in Edo etwa ein Laden auf je 1500 Einwohner. Viel „softeres“ Material war ebenfalls verfügbar. Es gab auch Blockdrucke von Prominenten wie z. B. komplett im Kimono bekleideten Kabuki-Schauspielern und Geishas.

Nach der Meiji-Restauration bis zum Zweiten Weltkrieg:

Nach der Meiji-Restauration ging die Publikation von pornografischem Material auf Druck seitens der Regierung zurück. Selbst im 20. Jahrhundert fürchtete die Regierung, dass eine so sexuell offene Kultur von europäischen Ländern deshalb als rückständig angesehen werden könnte. Es wurden keine Shunga mehr produziert und die vorhandenen wurden zu Schleuderpreisen als „Erotische Kunst“ ins Ausland verkauft. Pornografische Romane wurden im Untergrund weiter produziert, da sie aufgrund der Sprachbarriere im Ausland nicht weit bekannt werden konnten. Pornografische Kunstwerke wurden ebenfalls weiter produziert, genossen aber in der Öffentlichkeit geringes Ansehen.

In der späten Taisho-Zeit und frühen Showa-Zeit, kam – beeinflusst durch „dekadente“ Kunstwerke aus Europa – eine künstlerische Bewegung, genannt Ero Guro Nansensu, wörtlich: „erotisch-grotesker Nonsens“ auf. Diese Worte wurden verwendet, da sie Neuheit und Modernität vermittelten. Bis in die 1950er Jahre wurde Pornografie noch immer nur sehr eingeschränkt hergestellt. Offen sexuelle Darstellungen waren in Novellen und Manga erlaubt, in den Bereichen Bildermaterialien und Filme existierte eine strenge Kontrolle. Während des Zweiten Weltkrieges war pornografisches Material generell verboten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg:

Beeinflusst durch Magazine wie Playboy, wurden bald nach Kriegsende pornografische Magazine produziert. Diese Magazine diversifizierten schnell, um alle Genres abzudecken und brachten sowohl pornografische Romane als auch Bilder heraus. Playboy selbst hatte jedoch keinen Erfolg in Japan. Seine Artikel handelten vom amerikanischen Lebensstil, die Frauen waren hauptsächlich Nicht-Asiatinnen, die enthaltenen Interviews waren zuvor als Ausdrucksmittel in Japan im Wesentlichen unbekannt, Mode und Sport im Playboy waren amerikanisch. Stattdessen löste er die Bildung eines neuen Fetischs und eines Genres aus, das als Yomono (wörtlich: „westliche Dinge“) bekannt wurde. Playboy überarbeitete in den frühen 2000ern seine Artikel und seinen Stil für die japanische Ausgabe. Man ließ danach nur noch japanische Autoren ausschließlich über Japan schreiben und ließ den größten Teil des Originalinhaltes fallen.

In den frühen 1960ern begannen mehrere Filmstudios, Pinku eiga und Roman Porno (wörtlich: romantischer Porno) gezielt für Pornokinos zu drehen. Aufgrund der Zensurgesetze, die das Zeigen von Genitalien verboten, davon abgesehen aber alles Andere erlaubten, diversifizierten diese Filme schnell, um möglichst viele Genres abzudecken. Das Spektrum reichte hierbei von Vergewaltigung bis hin zu Bondage. Von den 1960ern bis in die späten 1980er führten mehrdeutige Zensurgesetze zu Hunderten von Gerichtsverfahren die sich mit Erotika und Pornographie auseinandersetzten. Um Mitternacht sendeten die meisten Fernsehsender hauptsächlich Softcore-Pornos, bis ihre Einschaltquoten wegen der konkurrierenden (Hardcore) Porno-Filme sanken.

Die Ausbreitung von pornografischen Videos in den 1980ern zerstörte letztlich den Markt für pornografische Kinos. Videotheken boten Pornografie zu einem Preis weit unterhalb dem der Kinos an.

Weil japanische Familien zu dieser Zeit zumeist mindestens zwei Fernsehapparate und Videorekorder besaßen, wurden auch mehr Videos verkauft. Es wird behauptet, dass VHS sich am Markt letztlich deshalb gegenüber dem Betamax-Format durchsetzte, weil zahlreiche Pornofilme in VHS-Format veröffentlicht wurden. Wenige Videos wurden auf Laserdisc verkauft, CD und später DVD wurden benutzt, um Pornografie zu verbreiten.

1983 kam der Nintendo Famicom heraus, einige pornografische Spiele folgten nach. Nintendo wollte jedoch, dass diese Geräte familienorientiert sein sollten, und pornografische Spiele wurden aus dem Markt ausgeschlossen. Computerspiele ohne diese Beschränkung des Inhalts (sieht man von den Zensurgesetzen einmal ab) wurden in Folge beliebt, um pornografische Inhalte zu vertreiben. Frühe CDs und DVDs wurden auf Personalcomputern betrachtet. Weil wenige Japaner einen Grund sahen, Spiele auf einem PC – statt der üblichen Videospielkonsolen – zu spielen, wurden Computerspiele damals manchmal als Synonym zu Erogē angesehen.

In den späten 1980ern expandierte der Markt, der von Manga-Amateuren herausgegebenen Dojinshi, Comics, die sich mit den Abenteuer bekannter Manga- oder Anime-Figuren beschäftigen. Es wird geschätzt, dass etwa die Hälfte dieses Marktes aus Pornografie besteht. Urheberrechtsprobleme plagen den Markt, doch war der dojinshi-Markt auch ein übliches Sprungbrett für eine professionelle Karriere bei einer Zeitschrift, so begann Yaoi (eine besondere dojinshi-Spielart mit homosexuellen Themen) auf diesem Markt. Seit Mitte der 1990er begann der dojinshi-Markt auch, selbst pornografische Spiele zu produzieren und zu verkaufen.

In den 1980ern begannen die an einem männlichen Publikum orientierten Zeitschriften, mehr explizit sexuellen Inhalt anzubieten. Hieraus entstanden keine bedeutenden soziale Probleme, schon zuvor existierten an einem weiblichen Publikum orientierte Zeitschriften deren Inhalt in einiger Hinsicht erheblich eindeutiger war.

Bewegungen und Zensur:

Japanische Pornografie hat sich diversifiziert, um eine gewaltige Zahl von Kategorien und Bedürfnissen zu erfüllen. Einige der Themen waren so seltsam, dass die Unterschiede für Außenstehende kaum noch zu erkennen waren. Diese Vielfalt entstand aus drei Hauptgründen: Unterhaltung durch das Entwickeln von Ausdrucksmitteln, Ausfüllen von Marktnischen und Umgehung von Zensurgesetzen. Religiöser Konservatismus oder Feminismus waren in Japan kein wichtiger Faktor in Bezug auf Pornografie.

Die sexuelle Praxis, die sich im Westen vielleicht am meisten mit japanischer Pornografie verbindet, ist Bukkake, bei der viele Männer auf das Gesicht einer einzelnen Frau ejakulieren. Dies ist ein Beispiel für ein Zusammentreffen aller drei oben genannten Gründe: eine Überspitzung der Idee und eine Alternative dazu, tatsächlichen Geschlechtsverkehr zu zeigen, wobei die Genitalien nach den Zensurgesetzen hätten unkenntlich gemacht werden müssen. Sie wird mit geringfügigen Varianten in jeder denkbaren Situation vermarktet, von jungen oder alten, kostümierten oder nackten einzelnen Männern bis über hundert Männer.

Anti-Pornografie-Bewegungen:

Kritik an der Pornografie kommt in Japan hauptsächlich von der Parent Teacher Association (PTA). Diese glaubt, dass der leichte Zugang zu pornografischem Material Kinder zu unmoralischem Handeln und Minderjährige zum Sex verleitet. Verfechter der pornografischen Zensurbestimmungen fordern die Anpassung der Gesetze an die strengsten in Amerika und Europa, so dass Japan unter den zivilisierten Nationen nicht mehr als abnorm angesehen werde.

Wissenschaftliche Untersuchungen kamen in der Vergangenheit zu dem Ergebnis, das Japan, im Vergleich zu anderen Ländern mit restriktiverer Gesetzeslage die niedrigste Verbrechensrate im Bereich sexueller Gewaltdelikte aller Industrienationen aufweist.[1] Zwar gaben 69% der Oberschülerinnen an in der U-Bahn unsittlich berührt worden zu sein (Chikan), jedoch beträgt die Anzahl der Vergewaltigungen allgemein nur 1/30 der USA.[2]

Zensurgesetze:

Das religiöse und soziale Tabu gegen Nacktheit war historisch gesehen in Japan schwächer als im Westen: „Kopfkissenbücher“, die sexuelle Handlungen im Detail beschreiben, wurden in der Edo-Zeit oft verkauft. Bis zur, und auch noch nach der Meiji-Restauration arbeiteten Frauen und Männer oft nackt und badeten in aller Öffentlichkeit. Während in der westlichen Gesellschaft Nacktheit oft ein Tabu war, kam diese Idee in Japan erst in der Meiji-Zeit auf mit der Verwestlichung des Landes, und die Tiefe ihrer Verwurzelung in der Gesellschaft kann bezweifelt werden.

Extreme Formen der öffentlichen Nacktheit, wie das Zeigen des Genitalbereiches, werden jedoch bestraft (außer in geschlechtlich geteilten Bädern, und auch dort wird Diskretion erwartet). Die japanische Einstellung gegenüber Nacktheit in den Medien ist liberaler als in den USA, aber trotzdem in Bezug auf Westeuropa konservativ. Es mag seltsam erscheinen, dass es in Japan keinen FKK-Strand gibt. Dies kann aber einfach an der sehr dichten Besiedelung liegen.

In Japan ist es illegal, in einer kommerziellen Darstellung die menschliche Vagina oder den Penis in einer expliziten Weise darzustellen. Dieses Gesetz geht auf die Meiji-Periode zurück und ist nie geändert worden. Veröffentlichungen, die den Penis oder die Scheide darstellen, müssen mit Schrumpffolie verpackt und dürfen nur an Erwachsene verkauft werden. Jedoch ist es nicht ungewöhnlich, dass Zeitschriften nackte Frauen zeigen, deren Genitalien mit Airbrush schwarz eingefärbt wurden. Pornografische Videos zeigen oft explizite Geschlechtsakte, bei denen die Genitalien mit einem Mosaik undeutlich gemacht sind. Bis 1991 wurde die ganze Schamregion inklusiv Schamhaar als obszön erachtet und durfte nicht publiziert werden.

Vor kurzem hat es eine Diversifizierung auf dem Zensurmarkt gegeben, da jetzt mehrere Unternehmen die Zensur als Dienstleistung anbieten. Die Zensurabteilung der Regierung wird jedoch als die strengere angesehen, obwohl persönlicher Geschmack generell eine wichtige Rolle spielt, wobei die strengeren Zensoren zum „großen schwarzen Strich“ im Gegensatz zum Mosaik über den Genitalien tendieren. Bis jetzt sieht es aus, als ob die Zensurgesetze aufgrund der Allgegenwart des Internet und der seit den 1980ern existierenden Untergrund-Pornographiebewegung gelockert werden. Die Zensur hat jedoch noch eine große Anzahl von Anhängern in der Gesellschaft als Ganzes und sie ist daneben auch zu einer Art „kulturellen Tradition“ geworden. Ein Beispiel ist, dass – obwohl die Darstellung von Schamhaar nicht mehr illegal ist – viele Pornofilme es immer noch zensieren, und es in der Hentai-Kunst und Filmen normalerweise noch nicht einmal gezeichnet wird. Dies hat einige Westler dazu geführt, japanische Pornografie als leicht pädophil anzusehen, und viele der dargestellten Frauen als jünger anzusehen, als dies durch den Anbieter der Medien wirklich beabsichtigt wird.

Es ist auch illegal, pornografisches Material nach Japan zu bringen, und Zollbeamte sind bekannt für das Überprüfen von Videobändern in internationalem Post- und Handgepäck. Extremfälle wie mehrfache Täter oder Versuche an kommerzieller Einfuhr könnten mit Geldstrafen bestraft werden, meist bleibt es aber bei der Beschlagnahme der Konterbande. Die Anwendung dieses Gesetzes änderte sich in letzten Jahren nicht, aber es wurden in den letzten Jahren mehr Täter erwischt, da die Kontrollen schärfer wurden, um Drogenhandel und Terrorismus zu bekämpfen.

Es gibt in Japan auch ein gedeihendes Genre der Untergrund-Pornografie (genannt urabon), das diese Zensurgesetze ignoriert. Es ist im Internet besonders vorherrschend geworden, da es keine Mechanismen gibt, um ihre Übertragung durch japanische Staatsangehörige in die Außenwelt zu verhindern. Japan hat vor kurzem ein scharfes Vorgehen gegen Kinderpornografie, besonders Fotos und Videos mit Darstellungen von Sexualakten zwischen Minderjährigen und Erwachsenen angekündigt. Selbst dies geschah aber eher auf Druck der USA in ihrem Versuch, die Verbreitung von Kinderpornografie im Web zu verhindern.

Religion und Pornografie:

Religionen sind in Japan kein wichtiger Faktor, weder bei der Regulation der Pornografie noch bei der Definition, was als unmoralisch gilt. Das wird anstelle dessen durch den allgemeinen Konsens definiert. Die Ursache liegt in der vollendeten Trennung von Religion und Staat schon vor der Ausbreitung der Pornografie.

In der Edo-Zeit beschränkte das Tokugawa-Shogunat religiöse Aktivitäten auf die Organisation von Zeremonien, wie Begräbnisse und Hochzeiten, weil in der Sengoku-Zeit Religionen wie Buddhismus und Christentum als ideologischer Rückhalt für Rebellionen gedient hatten. Das Shogunat erkannte die Gefahr des religiösen Fanatismus und verhinderte die Beteiligung religiöser Führer an der Politik.

Das ist auch ein weiterer Grund, wieso in Japan viele buddhistische oder christliche Ethik und Moralansätze ganz fehlen oder falsch interpretiert werden. Sexuelle Scham wird in Japan anders als in anderen asiatischen Ländern als eher "störend" empfunden, so gilt es unter anderem bei japanischen Geschäftsleuten als selbstverständlich, wenn man einem Geschäftspartner, Gast oder Kollegen sexuelle Aktivitäten mit Prostituierten als "Freude für eine Nacht" schenkt.

Kultur:

Es gibt eine pornografische Kultur, genauso wie eine Kultur der Nahrung oder des Sport. Nicht alle kulturellen Aspekte werden in gleichem Umfang dargestellt, manche sind in anderen Ländern einfach illegal oder tabu. Der Ausdruck von Sexualität wird in Japan häufiger in den konventionellen Medien akzeptiert.

In vielen Fällen sind Szenen, die für ein japanisches Publikum akzeptabel sind, in anderen Ländern unannehmbar. Derbheit ist ziemlich üblich, so dass sich sogar in für Kinder bestimmten Medien Ausdrücke finden, die in den meisten anderen Kulturen nicht einmal für allgemeines Publikum akzeptabel wären, ohne dass zuvor eine Warnung gezeigt wird. In einer frühen Episode von Dragon Ball wird Muten-Rōshi, um einen unsichtbaren Gegner zu finden, Bulmas nackte Brust gezeigt. Das verursacht ein starkes Nasenbluten (in der Sprache des japanischen Comics Ausdruck von starker sexueller Erregung), dass den unsichtbaren Mann durchnässt.

Japanische Erotica weisen viele ähnliche Motive wie ihre westlichen Gegenstücke, wie zum Beispiel heterosexueller und homosexueller Geschlechtsverkehr, Gruppensex und Bondage. Ähnlich zur westlichen Erotika kann die japanische Version auch verschiedene sexuelle Fetische darstellen wie z. B. Fußfetischismus, oder sich auf bestimmte Formen der Bekleidung beziehen, wie Uniformen (z. B. Burusera (von Sērāfuku und Burumā)) oder Kostüme von Anime-, Manga- oder Videospielfiguren

Viele Genres der japanischen Erotik entstanden wegen der Zensurbestimmungen. Ein Beispiel hierfür sind sogenannte Tentakelvergewaltigungen, animierte Darstellungen von Vergewaltigungsfantasien, die eine menschliche Frau und eine Science fiction-ähnliche, wie der Edo-Zeit entstiegene Kreatur thematisieren.
Ein bekanntes historisches Beispiel hierfür ist der Holzdruck Der Traum der Fischersfrau, der eine Frau in einem sexuellen Akt mit einem riesigen Tintenfisch zeigt. Das moderne Motiv tauchte in den 1980ern als eine Alternative dazu auf, den männlichen Penis darzustellen.

Im Allgemeinen tendieren die Japaner dazu, westliche pornografische Materialien als primitiv gemacht, unauthentisch und unfreiwillig komisch anzusehen.

Medien der Pornografie:

a)Dōjinshi und Parodien

Dōjinshi sind häufig als pornografische Nachahmungen populärer Anime, Spiele oder Manga bekannt.

Sie sind rechtlich gesehen eine Verletzung des Copyrights und können verfolgt werden, wenn der Rechteinhaber dies verlangt. In vielen Fällen ignorieren jedoch die Eigner offiziell ihre Existenz. Diese Einstellung widerspricht zwar dem Konzept des Copyright, ist aber ein einfacher Weg zu messen, wie groß der potenzielle Kundenkreis ist. Die Zahl der veröffentlichten Dōjinshi ist repräsentativ für die Zahl der Konsumenten, die auch den Originaltitel kaufen würden. Anstieg und Abfall zeigen den Anstieg und Abfall des Kundeninteresses.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Dōjinshi allen Arten von Paraphilien wiedergeben.

b) Anime:

Erotische Animationen (im Westen als Hentai, in Japan als ‚adult-anime‘ bekannt) sind in Japan ein populäres, aber kleines Genre und verfolgen allgemein den gleichen Animationsstil wie andere japanische Trickfilme (Anime) auch. Viele dieser Anime waren ursprünglich Spiele, Mangas oder Geschichten.

c) PC-Spiele:

Für Erwachsene bestimmte Spiele sind mit ca. 25 % aller jährlich veröffentlichten Spieletitel ein sehr populäres Genre für japanische Computerspiele. Außerhalb Japans sind sie aufgrund einiger kultureller und übersetzerischer Probleme ziemlich unbekannt. Die enthaltenen illegal kopierten Bilder sind aber oft auf Internetseiten als „adult anime pictures“ zu sehen. Unternehmen wie Peach Princess, JAST USA und G-Collections portieren hauptsächlich Ren’ai-Simulationen und Ren’ai-Adventure für den wachsenden ausländischen Markt ins Englische.

d) Internet:

Pornografisches Material hat vom frühesten Beginn der Computervernetzung an existiert und das Internet hat die Kommunikation der an bestimmten Genres interessierten User vereinfacht.

In diesen frühen Tagen ergab das Vorhandensein pornografischen Materials oft hitzige Diskussionen zwischen denen, die generell kein solches anonym zugängliches Material wünschten, und denen die an die Selbstbestimmung des Individuums glaubten. Dieses Problem wurde schließlich dadurch gelöst, dass man Warnungen vorschaltete und ein Passwort als Zugangsschutz einführte.

Fanfictions sind sehr oft auf Webseiten zu finden und nicht auf fiktive Gestalten beschränkt, sondern nutzen ebenso real existierende Personen, obwohl solche Figuren für jemanden, der keine japanischen Fernsehprogramme sieht, schwer verständlich sind. Dojinshi-Schreiber nutzen gewöhnlich das Internet, um ihre Produkte zu vermarkten, indem sie Previews von neuen Arbeiten anbieten, dazu eine geheime Adresse, unter der Käufer zusätzliche Werke und Screenshots ihrer Spiele finden.

Sie rekrutieren auch online neue Schreiber und Künstler. Mehrere ausschließlich auf Sex-Themen ausgerichtete Suchmaschinen existieren, um die Suchergebnisse auf die wirklich gesuchten Seiten zu beschränken, und kommerzielle Seiten auszuschließen, die alle möglichen Suchbegriffe verwenden. Viele Werke von dojinshi sind Thema von Websites, die diese sammeln und anderen zur Verfügung stellen.

Viele Webseiten bieten wechselnde Grußkarten, oft pornografischen Inhalts von verlinkten Seiten und Freunden dieser Seite. Ein typisches Weihnachtsbild zeigt z. B. einen strippenden weiblichen Weihnachtsmann. Die zwölf Tierkreiszeichen der Chinesischen Astrologie zeigen herausfordernde und unterhaltsame Beispiele von Kemonomimi.

e) Magazine:

Magazine sind zusammen mit Videos populäre Medien für pornografische Materialien. Außer wenn das Magazin pornografische Manga oder Bilder enthält, gibt es keine Altersbeschränkungen für den Kauf.

Viele nicht pornografische Magazine haben auch einige Glamour-Fotos und solange die Frau mehr als einen Badeanzug an hat, gilt es nicht als Porno. Mehrere nicht pornografische Magazine enthalten auch einige Fotos von nackten Frauen als Teil ihrer Artikel. Solange sie eine künstlerische Qualität haben und keine Männer zeigen, werden auch diese nicht als Pornografie angesehen. Auch eine weibliche und männliche Puppe kann nur teilweise bekleidet oder gar nackt dargestellt werden, solange es ein Kunstwerk ist und kein expliziter Sexualakt dargestellt ist.

„Beichten“ ähnelnde Texte von Vertretern beider Geschlechter sind in Männer- und Pornomagazinen populär. Ziemlich oft sind dies jedoch erfundene Geschichten professioneller Schreiber. Andere populäre Themen solcher Magazine sind erotische Manga und Novellen, Reviews von Pornovideos und Berichte über Sexdienstleistungen.

Frauenmagazine haben auch die meisten Texte der Männermagazine. Außer einigen Glamourfotos von (gewöhnlich bekleideten) Männern fehlt ihnen jedoch pornografisches Bildmaterial. Viele, wenn nicht alle Frauenmagazine gelten wegen der fehlenden Bilder nicht als Pornografie und haben daher keine Altersbeschränkung.

f) Manga:

Manga mit pornografischem Inhalt zielen sowohl auf männliche wie auch weibliche Zielgruppen. Sowohl männliche als auch weibliche Mangaka schreiben pornografische Werke.

Bei Mangas kann die Grenze zwischen Pornografie und Nicht-Pornografie durch eine einfache Regel definiert werden: Nur was beim Kauf einer Altersbeschränkung unterliegt, ist Pornografie.

Pornografische Manga sind oft versiegelt, so dass man vor dem Kauf nicht hineinsehen kann und die meisten solchen Manga werden in Läden für Erwachsene verkauft.

Die allgemeine Einstellung ähnelt der in Bezug auf Literatur: Wenn eine Sexszene Relevanz in Bezug auf den Fortschritt der Storyline zeigt, und nicht nur ein Versuch ist, Sex um seiner selbst willen darzustellen, wird sie nicht als Pornografie angesehen. Dies wäre in den meisten anderen Kulturen unvorstellbar und verstößt dort gegen viele Zensurbestimmungen und Gesetze.

Auch Manga, die nicht auf ein erwachsenes Publikum ausgerichtet sind, können ein oder zwei Seiten mit Glamourfoto-ähnlichen Bildern enthalten. Auf diesen nackten oder halbnackten Darstellungen bedecken Hände oder Gegenstände Brüste und Genitalien. Diese „Service Scene“ genannten Darstellungen sind oft Teil einer komischen Bildsequenz und ein männlicher Darsteller wird am Ende dieser Sequenz gewöhnlich geohrfeigt.

g) Video:

Pornografische Videos, in Japan „Adult Videos“ oder „AV“ genannt, außerhalb Japans „Japanische Adult Videos“, decken einen weiten Themenbereich ab. Die einzige Beschränkung stellen die japanischen Zensurbestimmungen dar. Sie sind primär auf ein männliches Publikum ausgerichtet. Das hat zu mehreren Mythen gefunden, die größere Verbreitung fanden, z. B. dass Frauen, die in AV spielen, von der yakuza wegen ausstehender Schulden dazu gezwungen würden, oder dass japanische Frauen deshalb in diesen Filmen erscheinen, weil sie masochistisch sind.

Viele Videos haben einen zweideutigen Titel, der die Auslegung zulässt, dass die Darsteller Minderjährige sind oder dass es sich um eine authentische Aufzeichnung eines Verbrechens handelt. Keiner der von Eirin, einer Selbstüberwachungsorganisation der Produktionsfirmen, zertifizierten Filme bricht jedoch irgendein Gesetz.

Ein üblicher Trick ist, einen Teil des Titels mit einem Buchstaben zu ersetzen, oder fonetisch ähnliche Neologismen zu verwenden. So kann z. B. ein Video „19 jährige Girls Sex Party“ unter einem Titel wie „1Xjährige Girls Sex Party“ verkauft werden. Das Wort Joshikosei (女子高生), wörtl. weiblicher Oberschüler, kann nicht verwendet werden, da es Siebzehnjährige oder Jüngere suggerieren würde, die nicht in pornografischen Videos auftreten dürfen. Ein Neologismus, Joseikosei (女生校生), was weiblicher Student bedeuten kann, ist in vielen Titeln der Ersatz, um das Produkt ohne Konflikt mit der Zensur vertreiben zu können.

Japanische AV bedienen ein breites Spektrum unterschiedlicher Fetische. Schülerinnen oder Uniformen thematisierende AV vereinen sich mit dem zuvor genannten Vergewaltigungssimulationen (レイプ, reipu), Sex mit Tieren, Jungfrauen (oder zumindest Mädchen, die aus der Vagina bluten), intravaginale Ejakulation (中出し, nakadashi) und selteneren Fetischen wie Seife, Office Ladies (weibliche Büroangestellte) oder Game Shows. Weitere Bereiche sind BDSM, insbesondere Bondage wie Shibari und Lesben (レズ, rezu).

Einflüsse auf andere Kulturen:

a) Asien:

Illegale Kopien japanischer Pornografie werden in Asien oft verkauft. Die Gründe sind sowohl wirtschaftliche als auch technische. Selbst ein schlecht ausgestattetes japanisches Filmstudio nutzt Ausrüstung, die mit einem reichen Studio in den meisten asiatischen Ländern zu vergleichen ist und die Produkte sind von entsprechend hoher Qualität. Sie sind gut gefilmt und haben gute Scripts, da die meisten japanischen Studios nicht auf kurzfristigen Profit aus sind, sondern mit dem Zweck gegründet werden, später einmal Filme oder Fernsehprogramme herzustellen. In vielen Fällen haben Japaner, die Fernsehprogramme in anderen asiatischen Ländern sehen, das seltsame Gefühl, sie vorher schon einmal gesehen zu haben.

Diese Copyright-Verletzungen haben in Asien und auch den USA und Europa einen soliden Kreis von Kunden geschaffen, die legale Kopien kaufen.
Um das Geld für die Übersetzung der Gespräche zu sparen, die dem Sex oft vorangehen, wurde es zur Gewohnheit, Videos zusammenzuschneiden, die nur noch aus Sexszenen bestehen.

Gerade in Ländern, in denen Gewalt in Pornos stark zensiert wird, kursieren illegale Zusammenschnitte japanischer Videos mit simulierten Vergewaltigungsszenen. Das Ergebnis ist, dass in diesen Ländern japanische Pornografie zum Synonym für Gewalt in der Sexualität wurde, wobei die Konsumenten der Videos glauben, dass solche Fantasien in Japan überproportional vertreten sind.

b) Westliche Staaten:

Animierte „Hentai“-Pornografie, besonders der extremeren Art, wird von Nordamerikanern und Europäern als eines der wichtigsten kulturellen Exportgüter Japans angesehen. Hardcore-Pornografie ist die populärste und japanische Pornografie wird verbreitet als gewalttätig und extrem angesehen. Auf der anderen Seite haben Softcore-Pornografie und Bücher über bestimmte Idole eine eigene kleine Anhängerschaft. Der Markt für japanische Pornografie im Westen wächst derzeit noch.

(Zitiert zum Begriff Japanische Pornografie aus Wikipedia.org, der Text beruht auf dem Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Versionsgeschichte / Liste der Autoren verfügbar.)






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